Regen und Kälte – Flürener Halbmarathon

Ein Wettkampf Anfang Mai? Das wird bestimmt schön. Dachte ich bei der Anmeldung… In meiner Vorstellung malte ich mir vor einigen Monaten sommerliche 15-20 Grad, eine tolle Natur aufgrund der gewählten Strecke und Sonnenschein aus. Der April bzw. der erste Mai meinten es dieses Jahr dann jedoch anders. Laut Wetterbericht war der April der kälteste Monat seit 16 Jahren. Da half auch kein Aktualisieren der Wetter-App. Diese sagte für den Wettkampftag zehn Grad und Dauerregen voraus. Und sie behielt Recht. Aber erst einmal von vorne.

Am Morgen schüttete es bereits bei der Anfahrt nach Wesel in Düsseldorf aus vollen Eimern. Die Motivation aufzubringen, dann doch zu starten und nicht einfach im Bett zu bleiben, ist immer schwer. Wenn man erst einmal gestartet ist, ist das dann bei mir anders. Dann möchte ich auch laufen und der Rest ist mir egal. Zunächst musste ich am Flürener Waldstadion in Wesel noch meine Startnummer abholen. Leider stand mein Name nirgendwo in der Liste. Komisch, ich hatte mich doch angemeldet und alles doppelt gegengecheckt?

Zum Glück lief mit den Organisatoren aber alles problemlos ab und ich bekam umgehend eine Ersatzstartnummer. Noch fix zwei Löcher in das Startnummernblatt reingebohrt, um diese anständig am Startnummernband zu befestigen. Bei manchen Veranstaltungen werden die Nummern ja mittlerweile vorgelocht. Dann musste ich mich noch entscheiden:

Laufe ich mit dünner Laufjacke oder im Shirt?

Da ich schon eine halbe Stunde vor dem Start komplett nass und es wirklich frisch war, entschied ich mich für zwei Schichten. Das war wirklich die bessere Entscheidung, denn insbesondere bei den Kilometern, die auf dem Rheindeich entlangführten, blies der Wind ordentlich durch die nasse Kleidung.

Um 10.30 Uhr fiel der Startschuss und wir wurden nach einer Stadionrunde auf die grundsätzlich – also bei Sonnenschein – wirklich schöne Laufstrecke rund um Flüren, den dortigen Seen und den Rheindeich geschickt. Nach kurzer Zeit heftete ich mich bei einem anderen Läufer an die Fersen, der ebenfalls eine Pace von ca. 4:30 Mins. zu laufen schien. Nach und nach kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Sven auch Triathlon betrieb, er schon einmal in Roth gestartet ist und auch dieses Jahr wieder vorhat, die Kult-Langdistanz dort zu finishen. Weil Sven am nächsten Tag lockere 100km auf dem Rad und anschließenden Koppellauf eingeplant hat, wollte er es heute „ruhig“ angehen lassen. Ab Kilometer zehn bot er mir an, mich mit einer Pace von 4:25 Mins. zu ziehen. Das war nicht nur super nett, sondern auch ungewohnt für mich. Plötzlich hatte ich nicht nur einen netten Gesprächspartner, sondern auch einen persönlichen Pacemaker!

Mein Plan vor dem Start war, meine Bestzeit von der ASV Winterlaufserie von vor vier Wochen zu unterbieten. Am liebsten wollte ich unter 1h35 laufen. Die Beine fühlten sich richtig locker an, der Puls war auch optimal und so nahm ich das Angebot gerne an, prognostizierte mir Sven doch, dass wir am Ende unter 1h34 landen würden. So konnte ich meinen Kopf einfach ausschalten und mich im selben Rhythmus ziehen lassen. Die Kilometer flogen so an uns vorbei und wir sammelten noch einige Läufer ein. Die letzten zwei Kilometer wollten wir dann in ca. 4:00 Mins. laufen. Auch das klappte richtig gut. Im Waldstadion angekommen, gab ich nochmal richtig Gas und wollte ein älteres Semester noch überholen. Das klappte nicht ganz, aber die Zeit auf der elektronischen Anzeige ließ mich staunen. Dort stand doch wirklich eine Einlaufzeit weit unter 1h34!

Wahnsinn!

Damit hätte ich vorher nie gerechnet. Meine Bestzeit aus April habe ich um mehr als drei Minuten unterboten. Ohne Svens Hilfe hätte ich das wahrscheinlich nicht geschafft! Am Ende reichte diese Zeit sogar für den dritten Platz in meiner Altersklasse und so für mein erstes Podium bei einer Laufveranstaltung. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die lieben Menschen, die mich beim Start und Ziel unterstützt haben und die ganze Zeit bei Wind und Wetter für mich ausgeharrt haben!

Die Organisation und die Strecke waren wirklich klasse. Ich wünsche dem Veranstalter, dass es der Wettergott im nächsten Jahr besser meint. Dann komme ich bestimmt wieder zum 42. Flürener Halbmarathon !

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