Laufstilanalyse do it yourself – der Milestone Pod

Milestone Sport Ltd. hat mir das Gadget für diesen Test auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt des Testberichts. Der Beitrag gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen im Training wieder.

 

Der MilestonePod ist ein kleiner Bewegungssensor, welcher direkt am Laufschuh getragen wird. Die erfassten Laufparameter sollen in Verbindung mit der Milestone App zur Verbesserung des Laufstils beitragen können.

Kann das funktionieren?

Erster Eindruck

Der MilestonePod kommt im schlichten, kleinen, schwarzen Karton daher. Im Lieferumfang ist neben einem Quick-Start-Guide auch eine Erläuterungskarte der Funktionen und eine Knopfzellenbatterie dabei, sodass der Pod direkt betriebsbereit gemacht werden kann. Die Minusseite muss dabei zum Boden des Pods hinzeigen.

Die von mir gestestete Version ist die geupdatete Version des Pods, welche im August des letzten Jahres auf den Markt gekommen ist und nun wesentlich schicker aussieht. Im Gegensatz zur alten Version müssen auch nicht mehr die Schnürsenkel vom Schuh entfernt werden, um den Pod auf einem anderen Schuhmodell zu befestigen.

Der Pod wiegt nur 13 Gramm und wird ganz einfach mit der Halterung unter zwei sich kreuzenden Schnürsenkeln befestigt.

Der Pod ist nicht auf ein GPS Signal angewiesen und kommuniziert via Bluetooth mit einem iPhone oder Android-Smartphone. Die Daten werden nach Beendigung eines Laufes mit der dazugehörigen App synchronisiert. Die Batterie soll für ca. sechs bis acht Monate Leistung reichen. Wenn Daten vom Pod mit der App synchronisiert werden, leuchtet eine kleine Lampe auf dem Pod auf, die den Batteriezustand anzeigt. Der Batteriezustand kann alternativ auch in der App abgefragt werden.

Beim Erststart der App kann man zudem das Schuhmodell aus einer Datenbank ausgewählt werden. Die entsprechenden Schuhdaten wie Gewicht, Sprengung usw. werden dann von der App ergänzt.

Funktionen

Der Pod merkt, wann eine Laufeinheit beginnt. Denn diese wird automatisch rückwirkend aufgezeichnet, wenn über einen Zeitraum von sechs Minuten mehr als 100 Schritte pro Minute erreicht werden. Sobald unter 100 Schritte gelaufen wird, wird der Lauf abgeschlossen. Das bedeutet also, dass z.B. der Weg vom Auto zum Start eines Laufwettbewerbes nicht, allerdings das Einlaufen vor einem Wettbewerb oder einer Laufeinheit schon mitgezählt werden.

Auf dem Dashboard findet sich u.a. der letzte Lauf wieder mit Länge des Laufes, Gesamtzeit, Pace und Schrittfrequenz. Der Pod zeichnet eine Vielzahl von Laufparametern bei jeder Trainingseinheit auf:

  • Anzahl der Schritte pro Minute (Kadenz)
  • Stoßbelastung beim Aufsetzen des Fußes
  • Distanz und Dauer des Laufes
  • Schrittlänge
  • Schrittanzahl (Odometer)
  • Geschwindigkeit pro Kilometer
  • Bodenkontaktzeit
  • Beinschwung
  • Fußaufsatz (Ferse, Mittel-, Vorderfuß)
  • Laufeffizienzscore

Über die App werden diese anschaulich dargestellt:

 

 

Die einzelnen Parameter können zusätzlich sehr detailliert als Graphen abgerufen werden. So lässt sich z.B. leicht erkennen, ob sich der Laufstil während eines Laufes verändert hat:

 

 

Die o.g. Daten wurden von mir vor und bei einem 10-Kilometer-Lauf aufgezeichnet. Man kann deutlich die Einlaufphase erkennen und den eigentlichen Lauf ab der roten Linie. Weiterhin bietet die App die Möglichkeit, verschiedene Laufparametern miteinander zu vergleichen. Es lassen sich so z.B. die Anzahl der Schritte pro Minute mit der Pace vergleichen. Man kann daher schnell austesten und erkennen, ob eine Erhöhung der Anzahl der Schritte einen positiven Einfluss auf die Pace hat oder nicht.

 

 

Erfahrungen im Training

Beim Laufen habe ich den Pod zu keiner Zeit gespürt oder als störend empfunden. Angenehm ist auch, dass man keinen Brustgurt tragen muss, um die Laufparameter zu erfassen. Schön ist, dass man keinen umständlichen Aktivierungsprozess durchlaufen muss, sobald das Gerät einmal eingestellt ist. Man läuft einfach los und liest die Daten bequem zu Hause nach dem Lauf aus. Wer allerdings oft mit mehreren Schuhen unterwegs ist und jeden Lauf tracken möchte, muss den Pod entsprechend oft neu befestigen. Das ist hinsichtlich des Befestigens zwar kein großer Aufwand, da die Software aber in Kombination mit dem eingestellten Schuhmodell am genauesten funktioniert, müsste zuvor auch in der App der Pod neu angelernt werden.

Die Länge der aufgezeichneten Strecke passt in den meisten Fällen, erreicht allerdings nicht die Genauigkeit eines GPS-unterstüzten Trackings. Allerdings hat man die Möglichkeit, die Länge der Strecke im nachhinein zu editieren. Die Werte passt die Software dann entsprechend an. Daraus folgt zugleich, dass auch die Pace nicht komplett akkurat dargestellt wird. Da ich davon ausgehe, dass die meisten ambitionierten Läufer ohnehin mit einer Laufuhr laufen, sehe ich hierin kein Problem.

Nach den ersten Läufen war für mich interessant zu sehen, dass mein bewussteres Laufen in den letzten Wochen bereits Früchte getragen hat. Ich merke und höre, insbesondere auf dem Laufband, dass ich sehr leise laufe. Das spiegelt sich unmittelbar in der Stoßbelastung wieder. Auch habe ich vermehrt darauf geachtet, sauber und hoch zurückzuschwingen, was sich in den hohen Werten des Beinschwungs wiederfindet. Überrascht war ich demgegenüber mit der Analyse des Fußaufsatzes. Gefühlt hätte ich mich als guten Mittelfußläufer beschrieben und hätte auch die Videos der vergangenen Laufanalyse so interpretiert. Diesen Parameter muss ich mir in den nächsten Wochen noch einmal genauer anschauen.

Ein weiterer spannender Wert ist die Bodenkontaktzeit. Wenn ich bewusst darauf achte, merke ich beim Laufen, wie lange meine Füße auf dem Asphalt verweilen. Die Bodenkontaktzeit kann ich gut beeinflussen und so noch flüssiger und effizienter laufen. Die grafische Darstellung hilft mir, zu sehen, wie lange ich diesen für mich noch anstrengenden Laufstil durchhalten kann.

Fazit

Der MilestonePod ist nicht nur ein tolles Tool für alle Statistiker und Zahlenfreaks, sondern letztlich für jeden Läufer, der schnell und unkompliziert seinen Laufstil analysieren möchte. Mit entsprechendem Vorwissen und richtig interpretiert – wobei die App erste Hilfestellung leistet – kann er definitiv dazu beitragen, sich mit seinem eigenen Laufstil näher auseinanderzusetzen. Auf dieser Basis aufbauend, kann bewusst so trainiert werden, dass der Laufstil ökonomischer und in der Folge auch verletzungsfreier wird. Der Pod kann eine gute Laufuhr mit GPS-Funktion nicht ersetzen, sondern ist eher als Ergänzung gedacht. Er ist auch nicht dafür designt, körperliche Schwächen zu analysieren (Fussfehlstellungen o.Ä.). Hierfür ist weiterhin die Beratung durch einen Fachmediziner und/oder eine professionelle Laufanalyse erforderlich. Durch die kinderleichte Bedienung und übersichtliche Auswertung fördert er jedoch die Motivation, sich besser zu bewegen. Wünschenswert für die Zukunft wäre noch die direkte Kommunikation mit einer Sportuhr.

Für schlanke 24,95 US-Dollar (ca. 23,00 Euro) kann das Gadget unter www.milestonepod.com erworben werden.

2 Gedanken zu „Laufstilanalyse do it yourself – der Milestone Pod

    1. Soweit ich weiss, gibt es keine Schnittstellenfunktion, um die Daten aus der App mit den anderen Plattformen wie Garmin Connect oder Strava zu synchronisieren bzw. dort zu importieren. Du könntest aber mal via Facebook den Support anfragen, welcher meistens immer sehr schnell antwortet.

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